Grüne in Freudenberg
Herzlichen Dank unseren Wählern für das gute Ergebnis
bei der Landtagswahl!
Verhandlungen erfolgreich beendet
Gemeinsam neue Wege gehen - Der Vertrag steht!
So schnell wurde in NRW noch nie ein Koalitionsvertrag
entworfen: Heute stellten Grüne und SPD gemeinsam ihren Entwurf der
Öffentlichkeit vor, der ein sehr gutes Ergebnis vertrauensvoller Zusammenarbeit
darstellt. Grüne und SPD sind sich einig: Das Arbeitsklima von Rot-Grün war vom
beiderseitigen Ziel des Gelingens geprägt. Natürlich gab es auf beiden Seiten
unterschiedliche Ansichten und Auffassungen, die aber sach- und
lösungsorientiert ausdiskutiert worden sind.
Unsere Grüne Handschrift ist eindeutig erkennbar und unsere Forderungen aus
dem Wahlkampf kann man deutlich aus dem Koalitionsvertrag herauslesen. So werden
Gemeinschaftsschulen vor Ort in den Kommunen ermöglicht, Studiengebühren ab dem
Wintersemester 2011/2012 abgeschafft. Den finanzschwachen Kommunen wird durch
Konsolidierungshilfen unter die Arme gegriffen und wieder mehr
Handlungsspielraum gegeben. Auch der Klimaschutz wird groß geschrieben. So
wollen wir den CO2-Ausstoß bis 2020 um 25 Prozent gegenüber 1990 verringern und
ein verbindliches Klimaschutzgesetz auf den Weg bringen, denn als Energieland
kommt uns bei der Erfüllung von Klimaschutzzielen eine besondere Verantwortung
zu.
Verantwortung für Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen steht jetzt also vor wichtigen Weichenstellungen. Das
Land muss schwierige soziale, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen
meistern – in der Bildungspolitik, in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, in der
Umwelt- und Klimapolitik. Diese Herausforderungen sind zugleich eine große
Chance.
Das Wahlergebnis vom 9. Mai 2010 stellt die Parteien und die nunmehr fünf
Fraktionen im Landtag zusätzlich vor eine schwierige Aufgabe. Nachdem eine
Regierungsbildung auf der Basis einer absoluten Mehrheit im Landtag nicht
zustande gekommen ist, haben sich die Sozialdemokratische Partei und Bündnis
90/Die Grünen entschlossen, gemeinsam eine Minderheitsregierung zu bilden.
Wir stellen uns der Verantwortung. Wir wollen mutige Schritte auf dem Weg der
sozialen und ökologischen Erneuerung des Landes gehen. Wir laden die Bürgerinnen
und Bürger, die gesellschaftlichen Gruppen, Vereine und Verbände, die
Gewerkschaften und die Unternehmen genauso wie die Kirchen und die anderen
Religionsgemeinschaften ein, diesen Weg mit uns gemeinsam zu gehen. Diese
Einladung richten wir ausdrücklich auch an die anderen Parteien und Fraktionen
des Landtages. Unser erklärtes Ziel ist es, den Zusammenhalt in
Nordrhein-Westfalen zu stärken.
Der vollständige Koalitionsvertrag wird am morgigen Mittwoch (6. Juli) gegen
ca. 18:00 Uhr online verfügbar sein.
Ressortzuschnitte stehen fest
Auch festgelegt ist bereits der Zuschnitt der zukünftigen Ministerien.
Personalentscheidungen werden jedoch erst nach der Wahl von Hannelore Kraft zur
Ministerpräsidentin getroffen.
Die SPD stellt die Ministerpräsidentin und die Leitung folgender
Ministerien:
- Staatskanzlei
- Finanzministerium
- Ministerium für Inneres und Kommunales
- Justizministerium
- Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr
- Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung
- Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales
- Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport
Bündnis 90/Die Grünen stellt die stellvertretende Ministerpräsidentin und
die Leitung folgender Ministerien:
- Ministerium für Schule und Weiterbildung
- Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und
Verbraucherschutz
- Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
Schwarz-Gelb hat uns einen Schuldenhaufen überlassen
Bei all der Freude über den gemeinsamen Gestaltungswillen wurde während der
Verhandlungen deutlich: Wir müssen weiter Schulden machen und einen
Nachtragshaushalt beantragen, weil Schwarz-Gelb verschleiert hat, wie schlecht
es um die Landesfinanzen wirklich steht. Dafür verantwortlich ist insbesondere
Finanzminister Helmut Linssen. Der aktuelle Haushalt ist dramatisch
unterfinanziert, was vor allem die Hilfen für die WestLB und die bereits
zugesagten Ausgaben im Bildungsbereich und für die Kommunen betrifft.
Die Freudenberger Grünen
wollen was bewegen
Mit
Christiane Berlin, Werner Steuber und Eberhard Schray
wurden 3 Vertreter in den neuen Rat gewählt. Durch
das gute Ergebnis haben wir auch das Stimmrecht in allen
wichtigen Ausschüssen erreicht. Damit können
wir im Rat und den Ausschüssen unsere Positionen
und Ziele besser verfolgen.
„Für die neue Legislaturperiode haben wir uns
viel vorgenommen“, so der 1. Vorsitzende Werner Steuber. „Im Bereich
Ökologie und Umwelt setzen wir uns für den Schutz von Natur und Umwelt ein. Der
Flächenverbrauch für immer neue Straßen und Industrieprojekte muss
eingeschränkt werden. Wir sind gegen die L 565 neu, weil die Entlastungswirkung
für den Ortskern Freudenberg zu niedrig ist, hingegen die Belastungen für die
angrenzenden Ortschaften zu hoch und der Eingriff in Landschaft, Umwelt und
Natur zu erheblich ist.“
Weitere wichtige Themen sind für die
Freudenberger Grünen die Verbesserung der Infrastruktur für Fußgänger und
Radfahrer im Kernbereich sowie die Verbesserung des öffentlichen
Personennahverkehrs. Immer mehr ältere Menschen werden zukünftig in dörflichen
Räumen leben. Für sie wird es immer problematischer Ärzte, Apotheken, Geschäfte,
Behörden usw. in Freudenberg zu erreichen. Andere Kommunen machen uns mit
Bürgerbuskonzepten vor wie man eine signifikante Verbesserung erreichen kann.
Aber auch im Bereich Bildung sehen die
Freudenberger Grünen dringenden Handlungsbedarf. Sie fordern die Einrichtung
einer integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe am Standort
Freudenberg. Die hohe Belastung für täglich über 800 Auspendler auf auswärtige
Schulen sowie zurückgehende Schülerzahlen zwingen zum Handeln.
Gesamtschule – Chance für Freudenberg!
Auf Einladung der Freudenberger Grünen mit Unterstützung der
Kreis Grünen fand Anfang Juni eine Informations- und Diskussionsveranstaltung
zur Schulentwicklung in Freudenberg in der Osterbergschule statt. Thema war:
Gesamtschule - Ein Zukunftsmodell für Freudenberg? Sigrid Beer MdL,
Bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Marianne Demmer
, Stellvertretende Bundesvorsitzende der GEW (Leiterin Vorstandsbereich Schule)
und Johannes Remmel MdL, heimischer Landtagsabgeordneter Bündnis 90/Die
Grünen bestimmten mit ihrer übergeordneten Sicht die Thesen dieser
Veranstaltung. Hartmut Thomas, Schulpolitischer Sprecher der Kreis Grünen war
Moderator der Veranstaltung.
In der Begrüßung machte Werner Steuber, 1. Vorsitzender der
Freudenberger Grünen deutlich, warum die Schulentwicklung in Freudenberg ein
Thema ist und von den Grünen aufgegriffen wurde. "Jeden Tag pendeln über 800 Freudenberger Schülerinnen und Schüler
nach auswärts, über 100 davon besuchen Gesamtschulen des Kreises. Das ist für
die Betroffenen mit enormen Umständen verbunden und führt für alle zu
erheblichen finanziellen Belastungen, die aus unserer Sicht so nicht nötig
wären." Zudem zwinge die demographische Entwicklung mit der Folge
zurückgehender Schülerzahlen in allen Freudenberger Schulen zu raschem Handeln.
Sigrid Beer führte
aus, dass die Thematik in vielen anderen Kommunen des Landes die gleiche ist
und dass die Kommunen durchaus die Gesamtschulfrage anders betrachten als die
„schwarz-gelbe“ Landesregierung. Parteiübergreifend setzen sich Kommunen für
die Einrichtung von Gesamtschulen ein. Ziel ist es der demographischen
Entwicklung entgegen zu wirken und den Anforderungen der Gesellschaft nach
höheren Bildungsabschlüssen und größerer Chancengleichheit gerecht zu werden.
Für den Berufseinstieg ist ein guter Bildungsabschluss essentiell. Auch die
Frage welche weiterführenden Schulen die Kinder besuchen sollen ist im Alter
von 9 Jahren für Kinder und Eltern sehr belastend und wegen ihrer Tragweite zu
diesem Zeitpunkt viel zu früh.
In NRW gebe es wegen
der zahlreichen Vorteile 25 Initiativen, die sich für eine Gesamtschule
standortnah einsetzen. Sie sieht auch Chancen für Freudenberg die Zukunft in
gleicher Weise zu gestalten.
Marianne Demmer
erläuterte aus eigener Erfahrung welche negativen Seiten es für die Kinder hat,
wenn sie auf auswärtige weiterführende Schulen geschickt werden. Die Folgen der
Herauslösung aus dem bisherigen Umfeld und Freundeskreis bis hin zur Isolierung
und die durch das Auspendeln verlorengehende
freie Zeit ist für Kinder im Ater von 10 Jahren mehr als belastend. Dies
seien die Folgen des bisherigen 3-gliedrigen Schulsystems von Hauptschule,
Realschule und Gymnasium. Auch das schlechte Abschneiden des deutschen
Schulsystems im europäischen PISA-Vergleich hat viele Ursachen in dem
getrennten Schulsystem. Dagegen hätten die Gesamtschulen im PISA-Vergleich gute
Ergebnisse erzielt. Auch sie empfiehlt das Thema Gesamtschule in Freudenberg
aktiv anzugehen
Auch Johannes Remmel beurteilte die
Voraussetzungen für eine Gesamtschule in Freudenberg positiv. Ziel müsse es
sein möglichst eine hohe Bildungskompetenz in der Fläche zu halten. Wichtig sei
der Entwicklung nicht hinterher zu laufen, sondern parteiübergreifend zu
gestalten. Er forderte die Standortchancen für Freudenberg aktiv zu ergreifen.
Zielführend wäre es den Prozess von einer noch zu gründenden Initiative aus
Eltern, Lehrer, Politik und Verwaltung zu treiben. Die notwendige
wissenschaftliche Begleitung könnte von der UNI Dortmund erfolgen, die bereits
in verschiedenen Projekten dieser Art tätig waren
Hartmut Thomas wies daraufhin, dass im Kreis
Siegen-Wittgenstein die Anmeldungen an die 3 Gesamtschulen die
Aufnahmemöglichkeiten weit überschritten haben. Die Folgen waren eine Vielzahl
von Ablehnungsbescheiden. Eine weitere Gesamtschule für den Kreis wäre
notwendig. „Warum nicht in Freudenberg?“
In der Diskussionsrunde wurden die Situation
und der dringende Handlungsbedarf aus Sicht der Eltern und Lehrer bestätigt. Es
fehlt zum einen an der Möglichkeit zum Abiturabschluss in Freudenberg und zum anderen
zwingen die zurückgehenden Schülerzahlen zum Handeln. So verliert die
Hautschule Freudenberg allein in diesem Jahr in der Bilanz von Schulabgängern
und Neuzugängen über 60 Schüler. Eine durchaus dramatische Entwicklung.
Das Fazit der Veranstaltung: Die anwesenden
Vortragenden, Eltern, Lehrer sowie die Politiker der vertretenen Parteien waren
sich einig, dass eine umfassende Information der Eltern notwendig ist, um dann
über eine Freudenberger Schulinitiative aktiv die weitern Schritte zu gestalten.
Ziel sollte es sein, im Schuljahr 2010/2011 mit einer 5. Klasse in der
Gesamtschule zu beginnen.
Aus dem Rat:
Alle
vorgebrachten Bedenken werden ohne Rücksicht auf Umwelt-, Natur und
Landschaftsschutz einfach vom Tisch gefegt. Ohne rechtskräftige Pläne wird die
Abholzung genehmigt. Christiane Berlin machte deutlich, dass die Erschließungsfläche
an den Bedarf von 9 Hektar angepasst werden muss. Der
ungebremste Verbrauch von Freifläche muss endlich
auch in Freudenberg aufhören.
Global denken – Lokal handeln
Dieses
Motto vertreten wir Grüne in Freudenberg im Rat
und in den Ausschüssen. In einer Vielzahl von Beiträgen,
Abstimmungen mit anderen Fraktionen und eigenen Anträgen
wird konkret versucht auf die einzelnen Vorhaben Einfluß
zu nehmen. Leider bleibt uns in vielen Fällen nur
die beratende Rolle. Aber das können Sie mit Ihrer
Stimme für uns bei der nächsten Wahl ändern.
Wir sind
der Meinung, dass in allen Handlungsfeldern
kurzsichtige Entscheidungen in die Irre führen. Der Mensch als Teil der
Natur soll im Mittelpunkt stehen. Es geht um Chancengleichheit für alle
und darum unseren Kindern und Enkeln lebenswerte Bedingungen zu
erhalten. Hierbei kommt dem Erhalt von Natur und Umwelt als unserer
Lebensgrundlage zentrale Bedeutung zu.
Für diese Politik setzen wir uns in Freudenberg ein.
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